Diagnose Hirntod
- Ärztliche Berufsordnung
- Diagnostik
- Flyer
- Gesetze
- Lesenswertes
- Geschichte des Hirntods und Kontroversen (engl.)
- Gründe für Optimismus
- Stellungnahme des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) e.V. Zum Entwurf eines zukünftigen Transplantationsgesetzes
- Stellungnahme zu den Entwürfen eines Gesetzes über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (TPG) und zu ergänzenden Anträgen Bundesdrucksachen 13/2926, 13/4368
- Umgang mit den Angehörigen auf Intensivstation
- Warum ist die Anwesenheit von Angehörigen wichtig?
- Was geschieht auf der Intensivstation?
- Was ist Koma? Was ist das apallische Syndrom?
- Offene Briefe
- Offener Brief an den Bundesgesundheitsminister zum Thema Organspende
- Offener Brief an die Bundeskanzlerin vom 18.11.2011 von Frau Dr. med. Regina Breul
- Offener Brief an verantwortliche PolitikerInnen von der Intitiative KAO, Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.
- Verzicht auf Schmerzbekämpfung bei potentiellen Organspendern zugunsten der Organentnahme
- Silvia Matthies
- Stimmen
- INTENSIVMEDIZIN NACH SHT
- Impressum
Penumbra
Die ischämische Penumbra entsteht durch ein Trauma oder einen Gefäßverschluss. Sie wird definiert als Zone verminderten zerebralen Blutflusses, die potentiell heilbar ist. 1 Da die Stabilisierung der Zellmembran ohne Energiezufuhr nicht möglich ist, schwillt das geschädigte Areal an und es entsteht hierdurch eine Quetschung des davor nicht geschädigten umliegenden Hirngewebes. Diese führt zu einer verminderten Durchblutung – es entsteht eine zu Beginn reversible Schädigung und Schwellung der Penumbra. So kann sich ein anfangs lokaler Prozess auf das ganze Gehirn ausweiten.
Ziel der Behandlung ist es, den Verlust von Gehirn auf jenen Bereich eingegrenzt zu halten, der primär geschädigt und irreversibel zerstört ist. Deswegen ist es von Anfang an wichtig, auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung und einen ausreichend hohen Blutdruck zu achten!
In der Penumbra liegt eine Funktionsstörung vor, jedoch noch mit erhaltenem Strukturstoffwechsel. Bei rascher Normalisierung der Hirnperfusion kann die Penumbra überleben. 2
Die Sauerstoffversorgung im Erhaltungsstoffwechsel reicht gerade so zum Überleben der Zellen aus, jedoch nicht mehr zur Entfaltung einer Zellaktivität. Diese Funktionsstörung verhindert die Auslösung der für die Hirntod-Diagnostik erforderlichen Hirnstammreflexe ebenso wie den lebensrettenden Atemreflex, der beim Apnoe-Test provoziert werden soll.
In diesem Zustand werden die Funktionen von Hirn und Hirnstamm unterbunden, weil duch den beim Hirnödem entstehenden erhöhten Schädelinnendruck die Durchblutung gedrosselt wird. Wenn der systolische Blutdruck nicht mehr ausreicht, um den Hirndruck zu überwinden, kann das Gehirn nicht mehr durchblutet werden und Gewebe stirbt ab.
Bei ca 50% der Patienten, deren für die Hirntoddiagnose getesteten Reflexe ausgefallen waren wurde jedoch ein signifikanter Blutfluss dennoch nachgewiesen – also ist die Durchblutung nicht vollständig gestoppt. Wenn sie nur 50-80% niedriger ist, dann können die Hirnfunktionen vorübergehend unterdrückt sein und im Zustand der ischämischen Penumbra keine Reflexe ausgelöst werden.
Funktionen sind also nicht nachweisbar während gleichzeitig die Vitalität des Hirngewebes vorübergehend erhalten ist! Es ist davon auszugehen, dass die Zellen ihre Funktion einstellen um sich zu schonen. So könnte nun diagnostisch aufgrund fehlender Reflexe der Hirntod nachgewiesen werden, obwohl das Gehirn durchaus regenerationsfähig ist.
Da die Hypophyse ( die Hirnanhangsdrüse ) auch der Minderdurchblutung unterliegt kommt es unter anderem zu einem Mangel an den Hormonen, die auf die Nebennierenrinde und auf die Schilddrüse wirken. Das wiederum bewirkt einen Mangel an Nebennierenrinden und Schilddrüsenhormonen. Ein Mangel an Nebennierenhormonen führt unter anderem zu einer Blutdrucksenkung; d.h. die Hirndurchblutung nimmt noch weiter ab.
Ein Mangel an Schilddrüsenhormon führt zu einem cerebralen Myxödem; d.h es tritt vermehrt Flüssigkeit aus den Gefäßen aus und wird im Gewebe eingelagert. Dadurch wird der Hirndruck weiter erhöht, was zu einer weitern Verringerung der Durchblutung führt.
Der Mangel an Schilddrüsenhormon vermindert auch die Ansprechbarkeit des Gehirns auf einen Kohlendioxydanstieg. Das Gehirn kann im der ischämischen Penumbra generell nicht auf den Kohlendioxydanstieg beim Apnoetest reagieren, was durch die Schilddrüsenunterfunktion noch verstärkt wird.
Der Apnoetest ist also völlig unsinnig, da das Gehirn auf den Kohlendioxydanstieg überhaupt nicht reagieren kann. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte das Gehirn sich in vielen Fällen noch erholen können. Durch den Apnoetest sinkt die Durchblutung schließlich unter 20%. Jetzt beginnt die irreversible Zerstörung des Gehirns, d.h. durch den Apnoetest werden die Patienten getötet.
Senkt man die Körpertemperatur um 3-4 Grad Celsius und gibt man den Patienten ausreichend Schilddrüsenhormon , können 70% der „Hirntoten“ wieder völlig gesund werden.3
Quellen:
1 http://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2002/2002-41/2002-41-190.PDF
2 Klinische Neurologie, Der ischämische Schlaganfall, S. 38, 39, E. Bernd Ringelstein, Darius G. Nabavi, Kohlhammer Verlag
3 Dr. med. Regina Breul, http://www.physio.de/forum/physiotherapie-schueler/apnoetest-bei-hirntod/2/18626/72006
- Bisher keine Kommentare.