Diagnose Hirntod
- Ärztliche Berufsordnung
- Diagnostik
- Flyer
- Gesetze
- Lesenswertes
- Geschichte des Hirntods und Kontroversen (engl.)
- Gründe für Optimismus
- Stellungnahme des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) e.V. Zum Entwurf eines zukünftigen Transplantationsgesetzes
- Stellungnahme zu den Entwürfen eines Gesetzes über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (TPG) und zu ergänzenden Anträgen Bundesdrucksachen 13/2926, 13/4368
- Umgang mit den Angehörigen auf Intensivstation
- Warum ist die Anwesenheit von Angehörigen wichtig?
- Was geschieht auf der Intensivstation?
- Was ist Koma? Was ist das apallische Syndrom?
- Offene Briefe
- Offener Brief an den Bundesgesundheitsminister zum Thema Organspende
- Offener Brief an die Bundeskanzlerin vom 18.11.2011 von Frau Dr. med. Regina Breul
- Offener Brief an verantwortliche PolitikerInnen von der Intitiative KAO, Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.
- Verzicht auf Schmerzbekämpfung bei potentiellen Organspendern zugunsten der Organentnahme
- Silvia Matthies
- Stimmen
- INTENSIVMEDIZIN NACH SHT
- Impressum
Warum ist die Anwesenheit von Angehörigen wichtig?
Warum ist Ihre Anwesenheit wichtig?
Es kann nicht sicher vorhergesagt werden, ob, wieviel und wie ein Patient im Koma und apallischen Syndrom wahrnimmt, was er evtl. erlebt und wie er empfindet, auch wenn er nicht reagiert und sich nicht zu äußern scheint. Aus den Schilderungen zur psychologischen Situation der Kranken auf der Intensivstation wurde bereits deutlich, dass die Anwesenheit und Nähe vertrauter Menschen besonders wichtig ist.
Nicht selten sind es gerade die Angehörigen, die bei ihren Kranken zuerst Veränderungen bemerken, wie z. B. angedeutete Bewegungen, im Gesichtsausdruck, bei Atmung oder Herzschlag, bei der Hautfarbe, beim Augenöffnen oder der Art des Blicks. Nicht selten scheinen diese frühen Beobachtungen von sogenannten kleinen Zeichen und primitiven Reaktionen im Widerspruch zu den Wahrnehmungen des Betreuungspersonals, der Schwestern und Ärzte zu stehen. Manche Angehörige haben, um ihre Beobachtungen zu beweisen, daher eine Videokamera mitgenommen und die Reaktionen gefilmt. Nicht selten sind es auch die Angehörigen, die wiederum zuerst bemerken, dass sich die Art und Intensität der Reaktionen in Abhängigkeit von Art und Intensität der äußeren Ereignisse, Stimulationen und Kommunikationsangebote ändern. So wurde zum Beispiel beobachtet, dass bei einem Patienten die Herzfrequenz immer dann anstieg, wenn seine Freundin das Krankenzimmer betrat, ohne ihn berührt oder angesprochen zu haben. Ein anderer Patient wurde durch das beharrliche Akkordeonspiel seiner Tochter “geweckt”.
Wiederum andere Kranke lassen sich nur von einem bestimmten Familienmitglied oder ihrer Lieblingskrankenschwester Essen eingeben, wobei sie zudem hochindividuell ganz bestimmte Geschmacke oder Speisen bevorzugen. Die Reihe derartiger Beispiele ließe sich weiter fortsetzen.
Alle diese Beobachtungen weisen jedoch darauf hin, dass Menschen im Koma und apallischen Syndrom offenbar früher als bisher angenommen versuchen, mit ihrer Umwelt in Kontakt zu kommen, indem sie auf die ihnen einzig mögliche und spezifische Weise tätig werden oder antworten. Es ist das Ziel, an die Äußerungen und Formen der Selbstaktualisierungen anzuknüpfen und einen verlässlichen Verständigungs-Code aufzubauen, z.B. über das Atmen, einen Seufzer, Blinzeln, Handzeichen und andere Regungen.
Durch Ihre Anwesenheit, Nähe und Zuwendung können Sie zu Ihren Kranken die lebensnotwendige Verbindung und Kommunikation aufnehmen und zu entwickeln helfen. Sie schaffen damit nicht nur das notwendige Vertrauen, sondern geben zugleich basale Orientierungen über Raum und Zeit. Das Wichtigste aber dürfte sein, dass Sie Ihre Angehörigen die Wirkungen ihrer selbst spüren lassen, wodurch sich ein Körperselbstbewusstsein wieder aufbauen kann (Abb. 1).
Abbildung 1: Der Mensch wird am Du zum Ich (Martin Buber, 1984)
http://www.a-zieger.de/Dateien/Wachkoma/Angehoerigen-Broschuere.pdf
- Bisher keine Kommentare.
